
MYKORA
Hintergrund, Wirkung, Inhaltsstoffe
Auf dieser Seite erklären wir dir verständlich und kompakt, was hinter den Begriffen Mykotoxine und Beta-Glucan-Mannan-Komplex steckt – und warum sie für die Gesundheit deines Pferdes eine Rolle spielen. Auch einzelne Inhaltsstoffe aus Mykora schauen wir uns hier genauer an.
MYKOTOXINE
Was sind Mykotoxine?
„Mykotoxine sind Stoffwechselprodukte, die im Wesentlichen von Schimmelpilzen gebildet werden. Diese Stoffwechselprodukte gehören nicht zur stofflichen Grundausstattung der Organismen. Es handelt sich dabei um Stoffe unterschiedlicher chemischer Struktur, die für Menschen und Tiere toxisch sind.“ (Mayer et al. 2007)
Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Mykotoxine bei Nutztieren, z.B. beim Schwein. Im Pferdebereich dagegen wird das Thema Mykotoxine noch zu wenig diskutiert. Über mögliche Risiken oder Schadwirkungen beim Pferd soll im Folgenden der Stand der Forschung dargestellt werden.
Gibt es überhaupt ein Problem mit Mykotoxinen beim Pferd?
Viele Mykotoxine sind unsichtbar und geschmacklos – belastetes Futter kann deshalb äußerlich völlig unauffällig wirken. Sie sind zudem hitzestabil und werden durch Bedampfen, Trocknen oder Silieren nicht vollständig zerstört. Durch eine Melassierung oder die Silierung von Gras werden die Mykotoxine vom Pferd anstandslos mitgefressen.
Mykotoxine, wie Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEA) oder Ochratoxin A (OTA) werden in handelsüblichen Pferdefuttermitteln (Müsli, Mash, Pellets), Einzelfuttermitteln (z.B. Mais, Hafer, Gerste) und Raufutter nachgewiesen (Liesener 2012; Reisinger 2014; Bochnia 2013; Caloni & Cortinovis 2010; Buckley 2004). OTA entstehen beispielsweise während der Lagerung durch Schimmelpilze wie Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus, die häufig im Futter vorkommen (Caloni 2011). Über die Auswirkungen von OTA beim Pferd gibt es nur wenige Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen. Aus der Nutztierhaltung ist jedoch bekannt, dass Aflatoxine die Leber schädigen und Symptome wie Hyperlipidämie (Störung des Fettstoffwechsels, bei der die Blutfette (wie Cholesterin und Triglyceride) im Blut erhöht sind), Depressionen, Fieber, Ataxie, Appetitlosigkeit und Stoffwechselstörungen verursachen können. Beim Pferd treten klinische Symptome bereits bei 0,01–0,02 mg/kg Aflatoxin im Futter auf (Geor, Harris & Coenen 2013).
LAHN (2013) vermutet, dass beim Pferd der Befall mit Mykotoxinen insbesondere über das Raufutter erfolgt, denn beim Heu begünstigt das Einpressen von Erde und Moos die Entwicklung von Mykotoxinen. Schon kleinste Mengen über längere Zeit können die Gesundheit des Pferdes nachhaltig beeinträchtigen – oft lange unbemerkt. Möglich Langzeiteffekte beim Pferd können auch bei Einhaltung offizieller Richt- oder Höchstmengen für Mykotoxine nicht ausgeschlossen werden (Liesener 2012). Eine Studie von Gross & Usleber (2015) zeigt auf, dass über 70 % des Pferdefutters Mykotoxine enthält. Die Studie zeigt darüber hinaus, dass bei 70 bis 95% der untersuchten Pferde eine Mykotoxinbelastung vorliegt, die im Blut und Urin nachweisbar ist.
ENDOPHYTEN & PILZGIFTE
Endophyten und Ergotalkaloide (Mutterkornalkaloide)
Mutterkornbefall tritt häufig bei Gräsern nach der Blüte auf, insbesondere auf überständigen Weiden sowie in sehr spät geschnittenem Heu oder Silage. Mutterkornalkaloide sind eine spezielle Form von Mykotoxinen. Schon in kleinen Mengen habt Mutterkorn negative Auswirkungen (Vervuert & Schulz 2015).
Endophyten im Gras schützen die Pflanze vor Stress. Rohrschwingel oder Weidelgräser (Lolium) enthalten bei Infektion mit Endophyten erhebliche Mengen des Mykotoxins Ergovalin. Ergovalin kann Fruchtbarkeitsprobleme und Lahmheit auslösen und wird mit dem Equinen Cushing-Syndrom in Verbindung gebracht (Vanselow 2014, 2015). Es wird im Pferdebereich mit Durchblutungsstörungen, Abort, starkem Schwitzen, Speicheln, Kolik, Konditionsverlust, Schwerfuttrigkeit in Verbindung gebracht. Douthit et al. (2012) konnten eine erhöhte Hufempfindlichkeit mit Lahmheit bei Pferden feststellen. Vervuert & Schulz (2015) vermuten, dass die Ergovalinaufnahme sogar eine Huflederhautentzündung (Hufrehe) auslösen kann. Ergotalkaloide bauen sich im Heu nur sehr langsam ab, in Silage erfolgt dagegen kaum ein Abbau (Mikisch 2014). Eine Zuordnung ist sehr schwer, weil betroffene Pferde aufgrund der Symptomatik eher selten gezielt auf Endophyten oder Ergotalkaloide untersucht werden. Rohrschwingel-Endophyten stellen inzwischen in den USA und auch in Australien ein enorm großes Problem dar.



Mykotoxine!
Was du nicht siehst......
MÖGLICHE AUSWIRKUNGEN
Mykotoxine schwächen die Darmbarriere, stören das Mikrobiom und machen den Weg frei für Krankheitserreger. Sie gelten aufgrund der Auswirkung auf den Gesamtstoffwechsel als Mitverursacher von Kotwasser, Hautproblemen, Leistungstiefs oder Hufrehe. Es kann unter anderem zu Immunstörungen, Koliken, Fruchtbarkeitsproblemen, Leberbelastung oder Nährstoffmangel kommen. Da Pferde einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt haben, kann es trotz wohl überlegter Fütterung und Haltung zu Belastungen kommen.
Die Auswirkungen von Mykotoxinbelastungen beim Pferd gehen mit Leistungsminderung, verminderter Futteraufnahme, Gewichtsverlust (Zeyner 2002), Leber- und Nierenschädigung, Muskelkontraktionen, Muskelzittern, Uteruskontraktionen, Fruchtbarkeitsstörungen und Immunsuppression einher (Schulz 2012; Vendrig et al. 2014).
Die Mykotoxinbelastungen stehen mit Kolikrisiken in Verbindung. Bereits 1995 wies Barnett bei 81 % der Kolikfälle eine Mykotoxinbelastung nach. Dabei scheint der Immunstatus das Kolikrisiko stark zu beeinflussen (Dunnett 2009). Mykotoxine scheinen wie ein Virus zu sein, der das eine Tier befällt, das andere wiederum nicht.
MYKORA & MYKOTOXINE
Was hat MYKORA mit Mykotoxinen zu tun?
MYKORA enthält MOS aus Bierhefezellwänden, deren Bindungsaktivität gegenüber bestimmten Mykotoxinen in-vitro nachgewiesen wurde. In der Pferdefütterung können sie zur Unterstützung einer gesunden Darmumgebung beitragen.

Darüber hinaus können Beta-Glucane und Mannane auf natürliche Weise die Darm- und Schleimhautbarriere unterstützen und dabei helfen, unerwünschte Stoffe wie Mykotoxine im Verdauungstrakt zu binden.
Auch die präbiotischen Eigenschaften der enthaltenen Mannan-Oligosaccharide (MOS) können zur Stabilisierung der Darmflora beitragen .
Beta-Glucane & Mannane
Wie wirken
Beta-Glucane und Mannane?
Diese besonderen Hefe-Bestandteile besitzen eine raue, schwammartige Oberfläche. Dadurch können sie bestimmte Mykotoxine an sich binden – also wie ein Schwamm aufnehmen, bevor diese über den Darm in den Körper gelangen.
Dieser Vorgang wird Adsorption genannt (Anheften, nicht Neutralisieren!).
Allerdings funktioniert diese Bindung nicht bei allen Toxinen gleich gut – sie hängt z. B. vom Toxin-Typ, dem pH-Wert und den Futterbedingungen ab.
Es handelt sich also nicht um eine Entgiftung im klassischen Sinn, sondern um ein mögliches Abfangen bestimmter Toxine im Darm.
Zahlreiche Laboruntersuchungen belegen das Bindungspotenzial dieser Hefe-Bestandteile. Studien direkt am Pferd sind bislang noch begrenzt, doch erste praktische Erfahrungen zeigen positive Effekte und ein interessantes Anwendungspotenzial.
Mannane & Glucane – auf dem Weg zur medizinischen Anerkennung
Auszug aus dem Buch „Pferdemuskeln managen“ von
Kirsten Guthöhrlein:
„Mannane (Mannan-Oligosaccharide, MOS) haben präbiotische Eigenschaften und können zur Stabilisierung des Darms durch den Aufbau einer intakten Mikroflora beitragen. Mannane sind in der Humanmedizin für zahlreiche gesundheitliche Vorteile bekannt und gut untersucht: Sie unterstützen die Bekämpfung von Fettleibigkeit und die Gewichtskontrolle im Allgemeinen, lindern Verstopfung, beugen Durchfall vor, hemmen Entzündungen bei Darmerkrankungen (z.B. bei der Behandlung von Darmausstülpungen), unterstützen das Gleichgewicht des Darmmikrobioms, trainieren das Immunsystems und verringern das Risiko für Darmkrebs" (vgl. Korolenko et al. 2019).
Auch Beta-Glucane konnten in vielen Versuchen ihre immunmodulierenden Eigenschaften beweisen. Sie losen eine Immunantwort aus und trainieren somit die Abwehr. Sie werden beispielsweise aus Hefezellwänden gewonnen und bilden einen schützenden Biofilm auf der Darmschleimhaut, wodurch Mykotoxine wesentlich schwieriger in den Blutkreislauf gelangen. Gemeinsam können Mannane und Glucane die Mykotoxine im Darm inaktivieren und abbauen.
Mit mehr als 20.000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und etwa 80 laufenden klinischen Studien weltweit ist Beta-Glucan auf dem besten Weg, das Etikett „Immunmodulator“ zu überwinden und als Medikament akzeptiert zu werden (vgl. Korolenko et al. 2019).
Untersuchungen beim Pferd konnten zudem eine Tendenz zu verbesserter Leistung bei supplementierten Pferden beobachten (z.B. Paap & Roberti 2014).
MYKORA - Inhaltsstoffe
Zusammensetzung
MYKORA enthält bewusst keine Füllstoffe und Aromastoffe – stattdessen nur das, was für dein Pferd Sinn macht:
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Hefezellwände mit Beta-Glucane & Mannane
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Lecithin
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Löwenzahnwurzel
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Sonnenblumenkerne
Natürliche Bausteine für einen gesunden Darm
Beta-Glucane und Mannane sind natürliche Bestandteile von Hefezellwänden. Sie können dazu beitragen, die Darmbarrierefunktion und das natürliche Gleichgewicht der Darmflora zu unterstützen. Zudem können sie bestimmte unerwünschte Stoffe im Verdauungstrakt binden und so zur allgemeinen Stabilität der Darmfunktion beitragen. Diese Effekte sind in verschiedenen Tierarten untersucht und zeigen ein interessantes Potenzial auch für Pferde.
Lecithin - Schlüsselbaustein
Lecithin ist ein natürliches Phospholipid, das zur Stabilität von Zellmembranen und zur Funktion der Verdauungsorgane beitragen kann.
Es unterstützt eine ausgeglichene Verdauung und fördert die Verwertung von Fetten und fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin E.
Durch seine emulgierenden Eigenschaften kann Lecithin die Nährstoffaufnahme erleichtern und die Energieverfügbarkeit verbessern.
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass Lecithin besonders bei Pferden mit empfindlicher Verdauung zur allgemeinen Magen-Darm-Stabilität beitragen kann.
Löwenzahnwurzel – nicht nur lecker.
Löwenzahnwurzel (Taraxaci radix) enthält natürliche Bitterstoffe und wird traditionell in der Fütterung zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt. Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe können zur ernährungsphysiologischen Begleitung eines gesunden Verdauungstrakts beitragen und die Futteraufnahme fördern.
Auch wenn bislang keine spezifischen Studien zur Wirkung beim Pferd vorliegen, wird Löwenzahnwurzel traditionell in der Tierfütterung eingesetzt. Erfahrungen aus der Praxis deuten darauf hin, dass sie zur Unterstützung des Verdauungstrakts beitragen kann.
In MYKORA ergänzt die Löwenzahnwurzel sinnvoll Lecithin, Beta-Glucane und Mannane – für eine ausgewogene Fütterung und zur Unterstützung einer gesunden Verdauung.
Sonnenblumenkerne
Sonnenblumenkerne (Helianthus annuus) gelten in der Pferdefütterung als nährstoffreiche Ergänzung. Sie enthalten hochwertige Fettsäuren, pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe.
Mit einem Ölgehalt von rund 36–45 % und einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren stellen sie eine wertvolle Energiequelle dar.
Zudem enthalten sie essenzielle Aminosäuren wie Methionin und Lysin, die zur Versorgung mit Eiweißbausteinen beitragen.
In MYKORA sorgen sie außerdem für einen natürlichen, aromatischen Geschmack, den Pferde besonders gerne fressen.
MYKORA - DOSIERUNGSPLÄNE
Prävention
z.B. Stallwechsel, Fellwechsel, Wachstum, Muskelaufbau)
Zeitraum Menge/ Tag Hinweis
Woche 1
Ab Woche 2
Ab Woche 3 bis
Beutelende
1x 10 g
2x 10 g
30 - 35 g
Am besten in Mash einrühren (< 10 % Zucker / Stärke / Fruktan) Alternativ: angefeuchtetes Futter oder Kräutersud.
1x20 g bei Verträglichkeit möglich
Idealerw. auf 2 Portionen aufteilen
Darmmikrobiom-Kur
z. B. bei Futterverwertungsproblemen, Blähungen, Kolikneigung, Muskelaufbau- problemen, Haut-/Fellthemen
Zeitraum Menge/ Tag Hinweis
Woche 1
Ab Woche 2
Ab Woche 3
Dauer 3 Monate
Reduktionsphase
Optional
1x 10 g
2x 10 g
30 g
15-20 g
15 g
Einstieg wie bei der Prävention.
1x20 g bei Verträglichkeit möglich
Idealerw. auf 2 Portionen aufteilen
Über 2 Wo. langsam reduzieren. Dauerhaft möglich zur Erhaltung
Kotwasser
Zeitraum Menge/ Tag Hinweis
Tag 1-3
Ab Tag 4
Ab Tag 7
Nach Besserung
Daueranwendung
1x10 g
2x15 g
2x20 g
10-15 g
10-15 g
Falls nötig: mit Wasser (Maulspitze)
Idealerweise 2x täglich füttern
Bis Beschwerden abklingen
Zur Stabilisierung
Bei chronischen Kotwasser langfristige Gabe möglich
Bitte beachte: Kotwasser ist ein komplexes Problem, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Auch Nierenbelastungen können z. B. über Störungen im Wasserhaushalt zur Entstehung von Kotwasser beitragen.
Quellen & Literatur
Barnett D T, Mowery R A, Hagler, W M and Bristol D G (1995): The correlation of selected mycotoxins to the incidence of colic in horses, Proceedings of the 14th Equine Nutrition and Physiology Symposium.
BISHOP, Dr. R. (2012): Technical Director MARS Horsecare: Building practical strategies against mycotoxins; 28th Alltech Annual International Symposium 2012.
BOCHNIA, M. (2013): MLU Halle Wittenberge: Heu – aus alt mach neu? – Kann man auch schlechte Heuqualitäten für Pferde „aufarbeiten“? Pferdeworkshop Burg Warberg (2013).
BUCKLEY, T. (2004): Concentration of different mycotoxins in feed and straw on 6 irish racehorse farms. Proc. Internat. Society for Animal Hygiene, Saint Malo, 447.
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DOUTHIT T.L., J. M. Bormann, K. C. Gradert, L. W. Lomas, S. F. DeWitt and J. M. Kouba (2012): The impact of endophyte-infected fescue consumption on digital circulation and lameness in the distal thoracic limb of the horse. J ANIM SCI 2012, 90:3101-3111., http//www.journalofanimalscience.org/content/90/9/3101.
DUNNETT, BSC. PhD. C. (2009): Mycotoxins – Horse Health Risk? Nutrition Equine (01/2009) S. 14 ff.
GEOR, R.J., HARRIS, P.A., COENEN, M. (2013): Equine Applied and Clinical Nutrition; Elsevier, 373–380.
GROSS, M. und USLEBER, E. (2015): Mycotoxins in blood and urine of sporthorses. Justus-Liebig‐University, Instiute of Veterinary Food Science, Chair of Dairy Sciences, Giessen, Germany; 37th Mycotoxin Workshop Bratislava.
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